Urlaubsnachlese

Drakensberge, Lesotho Nach fast 4 Wochen Urlaub sind meine großen beiden Mitbewohner und Wolly wieder aus dem südlichen Afrika heimgekehrt. Ich habe hier versucht die Stellung zu halten und mal was zu nähen, aber so ganz alleine habe ich das nicht hinbekommen. Immerhin habe ich ja mal was schreiben können.

Nach so einer Reise passiert aber erstmal ‘ne ganze Menge anderer Kram als Nähen. Ich hatte ja geglaubt, dass ich mit Micha gleich loslegen kann mit all den Stoffen, die er mitbringen würde… aber neee.

  • So viel dreckige Wäsche Zunächst mal müssen Berge von dreckiger Wäsche abgetragen werden – das alleine ist schon eine gewaltige Aufgabe.
  • Dann müssen knapp 3500 Bilder und Videos gesichtet und aufbereitet werden – was erschwert wird, wenn der PC durch einen Virus lahmgelegt wurde.
  • Wein und Cider sollen die Urlaubsstimmung aufrecht erhalten Dann haben die Drei was davon gefaselt, dass sie in “Urlaubsstimmung” bleiben wollen – deswegen haben sie südafrikanischen Wein und Cider bestellt.
  • Zu allem Überfluss erfahre ich dann auch noch, dass Micha gar keine Stoffe mit gebracht hat – weder aud Südafrika noch aus Swaziland noch aus Lesotho – was ist das denn für eine Einstellung, keine Urlaubsgeschenke mitzubringen?

Während die  Drei noch mit waschen, trinken oder an die deutschen Temperaturen gewöhnen beschäftigt sind, habe ich schon mal einen Blick auf die Bilder geworfen… boah, die haben sogar die “Big Five” gesehen. Manchmal ist es schon ärgerlich, dass ich der Näh-Bär und nicht das Reise-Schaf bin. *schnief*

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Anti-Rutsch Filzpuschen

Die Filzpuschen, die Tina bisher gestrickt hat, haben sich ja allseits großer Beliebtheit erfreut. Alle haben sich über die warmen Füße gefreut, trotzdem gab es noch Verbesserungsmöglichkeiten.
Wenn man wie wir im Hause nur Fliesen und Parkett hat, erfreut man sich anfänglich an der Möglichkeit die berühmte Tanzszene von Tom Cruise in dem Film “Lockere Geschäfte” nachstellen zu können. Mit der Zeit wird man aber der fehlenden Traktion leid, gerade in schnelleren Kurvenlagen. Deswegen hat der Große die Puschen von sich und Tina nach einer englischen Anleitung (die leider nicht mehr online ist) mit einer Silikonsohle versehen. Im letzten Jahr kamen wir nicht dazu, davon Fotos zu machen, aber da Tina gerade ein paar neue Filzpuschen gestrickt hatte, nutzen wir die Gelegenheit und haben das Besohlen fotografisch festgehalten.
Ein weiterer Vorteil der Silikonsohle ist, dass es sie Lebensdauer der Filzpuschen verlängert – gerade, wenn da ein Kerl mit nem Doppelzentner drin rumläuft. Da ist der Filz doch schon recht schnell durchgelaufen.

Alles was man für solche Anti-Rutsch Sohlen benötigt:

  • Notwendige Materialien Filzpuschen (logisch, oder?)
  • Zahnspachtel
  • Handelsübliches Silikon in einer Kartusche
  • Kartuschenpistole
  • evtl. Zeitung zum Abdecken des Arbeitsplatzes (ist nicht zwingend notwendig – wir arbeiten über einer Glasabdeckplatte des Herdes)

Die Lauffläche läßt sich 'erahnen' Das Silikon mit Pistole und Zahnspachtel lässt sich recht günstig im Baumarkt bekommen, wenn man(n) so etwas nicht sowieso zu Hause herumliegen hat. Man kann ja aber auch mal bei Freunden oder Nachbarn nachfragen. Eine Kartusche wird wohl für mindestens 4 Paar Puschen ausreichen. Der Große fand es ganz gut, dass die Puschen schon ein paar Tage getragen wurden, weil sich so die Lauffläche schon deutlicher abzeichnete und somit gut zu sehen ist, wo das Silikon aufgetragen werden soll.

Wir haben das Silikon locker in dünnen Strängen auf die Lauffläche aufgebracht und dann mit dem Zahnspachtel auf dem Filz gleichmäßig verteilt.

Das Silikon am Zahnspachtel, genauso wie u.U. überschüssiges Silikon (da wo man es eigentlich nicht haben möchte) auf den Puschen einfach aushärten lassen, dann lässt es sich mühelos entfernen – so einfach.

WICHTIGE HINWEISE!!!

  • ES STINKT!!! Wirklich! Sorgt für ausreichend gute Belüftung, denn die Essigsäure, die das Silikon ausdünstet ist schon echt heftig – wirklich, glaubt es mir. Zu dumm das Micha das nicht tun konnte, deswegen war er wohl auch ein wenig benebelt nach dieser Arbeit.
  • Das Anti-Rutsch gilt nur für trockene Böden. Wenn es feucht oder nass ist, dann sind die Sohlen rutschig wie Schmierseife. Also bitte Aufpassen!!!
  • Auch mit den Sohlen sind die Puschen immer noch waschbar. Wenn man auf Nummer Sicher gehen will, kann man das per Hand machen, aber wir haben sie schon öfter in der Maschine mit Wollprogramm gewaschen, ohne das etwas passiert ist.
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[Offtopic] Fettleibigkeit – eine vollkommen unterschätzte Gefahr

Entschuldigt bitte, dass ich mal etwas vom Thema Nähen abweiche, aber was ich heute auf einem Einkaufsbummel in der Stadt gesehen habe hat mich total schockiert.

Das Fettleibigkeit heutzutage in den Industrieländern ein immer größeres (‘tschuldigung, sollte kein Wortspiel werden) Problem darstellt, ist ja wohl sicherlich bekannt.
Das auch immer mehr Kinder darunter zu leiden haben hat sich bestimmt auch schon herumgesprochen.
Sogar bei Haustieren in den Industrieländern taucht dieses Problem immer häufiger auf…

 

… aber war Euch auch bekannt, daß selbst schon Stofftiere darunter zu leiden haben? Armer dicker Hase

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Reisetasche für den Kindle

Kindle Reisetasche Für eine bevorstehende Reise war es notwendig eine andere Aufbewahrungsmöglichkeit für den eBook Reader zu entwerfen, die im Gegensatz zur einfachen Hülle ganz zu schließen ist und auch über eine gewisse Polsterung zum Geräteschutz verfügt. Wir haben zusammen im Internet gestöbert, was andere Leute denn so selber gemacht haben, fanden aber nicht wirklich etwas Interessantes. In einem Forum lasen wir aber, dass jemand seinen Kindle immer in einem luftgepolsterten Briefumschlag transportierte – das brachte den Großen auf eine Idee.
Als Steve Jobs damals das MacBook Air bei der Produktvorstellung aus einer einfachen Versandtasche (im engl. “manila envelope” genannt) zog, griffen viele diese Idee auf und fertigten Taschen, die sich an solchen Umschlägen orientierten. Auch wenn der Große keine Vorliebe für die Apfelprodukte hat, so gefiel ihm doch diese Idee. Gerade der wohl im amerikanischen Raum verbreitete Verschluss mittels eines Fadens, der um zwei Knöpfe gewickelt wird, hatte es uns angetan.

Auch wenn das klassische Beige sich für einen solchen Umschlag angeboten hätte, fanden wir Schwarz doch etwas besser, da es unempfindlicher gegen Schmutz ist. Gut, die Tatsache, dass wir noch etwas schwarzes Kunstleder übrig hatten, hat mit zu der Wahl des Außenstoffes beigetragen. Für die Innenseite haben wir einen weißen angerauten Baumwollflanell genommen.
Zuschnitt mit der Schablone Zunächst haben wir also das Kindle vermessen und eine Schablone des Umschlages erstellt. Danach haben wir beide Stoffarten sowie Vlieseliene HH650 mit der Schablone zugeschnitten. Innen- und Aussenstoff haben wir dann mittels des beidseitig beschichteten Vlies “zusammengeklebt”, vorsichtig von der Innenseite gebügelt, um das Kunstleder nicht zu beschädigen. Für einen schönen Kantenabschluss haben wir an der offenen Seite und der Lasche entlang ganz schmal abgesteppt. Nach dem Schließen der Mittelnaht und dem Wenden der Tasche, wollten wir eigentlich die Lasche des unteren Endes von Hand vernähen… mussten aber etwas entsetzt feststellen, dass das gar nicht so einfach sein würde. Michaels Hände waren zu groß, als dass er in die Tasche hätte reinfassen können, meine Arme waren zu kurz, um ganz nach unten reichen zu können und mit einer gebogenen Polsternadel kamen wir nicht so wirklich gut durch die Lagen an Kunstleder, die wir dafür wohl vorher hätten durchlöchern müssen.
So blieb uns nur übrig, die Lasche anzukleben. Danach mussten wir nur noch die Knöpfe auf die Lasche und den Umschlag nähen und das Band fixieren und fertig war die Reisetasche.

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[Offtopic] Wok WM

Ob die mich heute bei der Wok WM 2012 mitfahren lassen? Ob ich 'ne Chance habe?

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Argyle Cardigan

Argyle Cardigan So zwischen all den Kleinteilen, die wir genäht haben, konnte ich auch mal wieder bei Tina helfen.

Sie hatte schon wieder eine Strickjacke für Micha fertiggestellt und ich durfte auch diesmal die Ärmel und Knöpfe annähen, sowie die Nähte schließen. Bei dieser richtig kuschligen Jacke in warmen Brauntönen hat Tina erneut mit dem Argylemuster gearbeitet, obwohl sie nach dem ersten Pullunder gesagt hat, dass sie das nie wieder stricken würde.
Diesmal finden sich aber auch deutlich weniger Rauten auf dem Werkstück wieder. Auf den beiden Vorderteilen findet sich nur je eine Reihe zweifarbiger Rauten über die ganze Höhe, wohingegen bei den Ärmeln nur eine einzige Raute zur Akzentuierung gesetzt ist.
Beim Verarbeiten der Wolle aus Babyalpaca und Seide hat Tina schon kurz nachdem sie im November 2011 begann geschwärmt, wie weich doch diese Wolle wäre… so gar nicht kratzig. Wir haben alle gesagt, dass wenn Micha die Jacke später tragen wird, wir ständig mit ihm kuscheln wollen… das tun wir auch. Nur für die Fotos mussten wir ja etwas zurücktreten.

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Buchhülle

Buchhülle Auf eine Reise will Tina ein Buch mitnehmen und fragte uns, ob wir ihr nicht eine Buchhülle zum Schutz machen könnten. Wir haben diese schon häufiger bei Michas Mutter gesehen und uns nun daran gemacht diese erstmalig selber zu nähen.
Anleitungen gibt es ja massenhaft im Internet, wir entschieden uns für eine, bei der die Seitenteile separat zugeschnitten werden. Wir haben den Umfang des Buches über den Rücken gemessen, sowie die Höhe, jeweils 0,5cm für Passform und 2x 1cm Nahtzugaben hinzugefügt und danach den Innen- und Außenstoff zugeschnitten. Für die Seitenteile haben wir den Innenstoff mit 2x 2/3 der Buchbreite plus 2cm Nahtzugaben zugeschnitten.
Auf den Außenstoff  haben wir eine leichte Wattierung aufgebracht, bevor wir die Stofflagen rechts auf rechts fixierten. Zwischen die Lagen kommen die auf Hälfte gebügelten Seitenteile, mit den offenen Kanten nach außen, sowie eine Gummikordel und die Lesezeichen-Bänder. Nach dem Nähen werden die Nahtzugaben etwas zurückgeschnitten, die Ecken gekürzt und alles gewendet. Dann muss nur noch die Wendeöffnung vernäht werden und die Buchhülle ist fertig – recht schnell und einfach.

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Hutschachtel

Hutschachtel Die Idee mit einer Tasche für etwas, dass der Große zu Weihnachten bekommen hat, war ein guter Ansatz, um mehr an der Nähmaschine zu arbeiten. Hehehe… hätte ich mal früher wissen sollen.

Micha hatte sich selbst seinen 2. Borsalino Hut geschenkt, aber während er zu seinem Ersten eine “Hutschachtel” dazu bekam, blieb er bei dem schwarzen Borsalino ohne eine Aufbewahrungsmöglichkeit. Um das gute Stück aber staubfrei lagern zu können, war die erste Hutschachtel eine sehr gute Vorlage – oval, aus Gewebe, Deckel mit RV zu öffnen.
Also haben wir die Vorlage vermessen und die Grundformen auf Packpapier übertragen, wiedermal den altbekannten braunen Vorhangstoff genommen (es ist immer noch ein Rest übrig), Schrägband, einen Endlosreißverschluss und ein paar günstige Platzsets aus Kunststoff gekauft, und los ging es.

Den RV haben wir mit einem kleinen Zwischenstück aus Stoff zu einem Ring geschlossen, der direkt an die Deckelfläche genäht und mit dem Schrägband eingefasst wurde. Zusätzlich wurde dabei eine Seite eines Griffstücks mitgefasst. Genauso wurde das Seitenteil auf die untere Fläche genäht und eingefasst. Mit dem Annähen der zweiten Seite des RV am Unterteil und der Versäuberung der Naht war die Hutschachtel schon nahezu fertig. Wir haben dann nur noch die Platzsets in Streifen schneiden müssen, die ineinander verzapft innen die Form der Schachtel halten. Klappe zu, Hut drinnen, fertig.

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Kindle Hülle (oder: Männer und Spielzeug)

Ich kann Euch allen nur davon abraten, einem Mann elektronische Spielsachen zu Weihnachten oder überhaupt zu schenken.

Der Große hat ein Computerspiel und einen e-Book Reader geschenkt bekommen und die haben den Großteil seiner Freizeit in Anspruch genommen… schlimm, total schlimm. Nix war mit Nähmaschine oder so. ... jaa... Drachen bekämpfen... Oh man, ist die Geschichte spannend... Ständig hat er vorm PC gehockt und gegen Drachen gekämpft, oder so was ähnliches gemacht, oder er hatte diesen Kindle vor der Nase und hat angeblich gelesen – aber wie ein Buch sieht das Ding ja nicht aus. Ich weiß nicht, irgendwie hatte ich den Eindruck er wollte mich veralbern. So konnte ich nur zusehen wie Tina Sachen strickt… naja und wenn der Große anderweitig beschäftigt war, konnte ich mir zumindest mal diesen neumodischen Kram ansehen.

Immerhin konnte ich ihn hinter dem elektronischen Ofen hervorlocken, als ich ihm vorschlug, dass er ja eine Tasche oder eine Hülle für den Kindle braucht. Da bei den käuflich zu erwerbenden Hüllen nicht wirklich etwas war, was uns gefiel, wollten wir also eine selber nähen. Der erste Gedanke eine ganz einfache Filzhülle aus 2 Rechtecken zu formen, scheiterte an einem ausreichend stabilen Filz. Die Idee der aufeinander genähten Rechtecke wollten wir aber beibehalten, da so am einfachsten die richtige Innenbreite zu gewährleisten ist, so dass das Kindle nicht zu locker, aber auch nicht zu stramm in der Hülle sitzen würde. Da dieser Stoff hier nicht zu bekommen war, schauten wir in unserer Restekiste nach etwas Geeignetem und fanden einen braunen Fischgrat-Tweed. Maß nehmen Label und Schrägband fehlen noch Durch Dekovil I Light bekam der Stoff eine ausreichende Steifigkeit und wurde mit Futterstoff für die Innenseite versehen, damit das Gerät besser in die Hülle gleiten würde. Für einen passenden Abschluss der Ränder haben wir diese mit einem braunen Schrägband aus Moleskin eingefasst und die umgeschlagenen Enden an der offenen Seite noch von Hand zusammen genäht, damit ein etwas besseres Gesamtbild entsteht.

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Frohe Weihnachten und einen Guten Rutsch

Das Jahr neigt sich dem Ende entgegen. Ein Jahr, in dem ich nicht ganz so produktiv sein konnte, wie ich gewollt hätte. Aber ich hoffe, dass das kommende 2012 mir, äh… uns, mehr Inspiration / Kreativität bringt und ich Euch wieder viele neue Werke präsentieren kann. Ich möchte daher die Gelegenheit nutzen, um mich bei Euch für Eure Unterstützung / Feedback zu bedanken.

Ich wünsche Euch allen dort draußen ein wunderschönes und besinnliches Weihnachtsfest und einen Guten Rutsch ins neue Jahr.

Fröhliche Weihnachten

Ich freue mich darauf, Euch auch im nächsten Jahr hier wieder anzutreffen.

Euer Toffee

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